Neubau Jugendclub Berner Au – Mehrkosten werden finanziert
Montag, 6. Dezember 2010Nachdem eine Kleine Anfrage der SPD-Bezirksabgeordneten Anja Quast und Lars Pochnicht ergeben hatte, dass vorläufige Kostenschätzungen zum Erschließungsaufwand des Grundstückes sich auf 110.000 Euro beliefen, drohte eine weitere erhebliche Verzögerung beim Neubau des Jugendclubs oder aber sogar das Aus für das Projekt. In der letzten Sitzung des Jugendhilfeausschusses wurde nun einstimmig beschlossen, auch die Mehrkosten für die aufwendige Erschließung zu finanzieren. Das Grundstück liegt abseits der Straße an den Gleisen der U-Bahn zwischen Farmsen und Berne. Als Obergrenze für das gesamte Vorhaben wurde eine Summe von 580.000 Euro festgelegt. Damit können die Umsetzungsplanungen fortgeführt werden, so dass hoffentlich bald mit dem Bau begonnen werden kann.
„Wir freuen uns, dass diese Hürde genommen worden ist und die Planungen jetzt weiter voranschreiten können“, erklären Quast und Pochnicht gemeinsam. „Ein Scheitern wäre nicht nur besonders ärgerlich für die Jugendlichen vor Ort gewesen, sondern hätte auch dem gesamten Quartier geschadet“, so Quast und Pochnicht weiter.
Der Neubau des Jugendclubs ist ein wesentlicher Baustein im Themengebiet Birckholtzweg / Busbrookhöhe. In den Themengebieten geht es darum Defizite abzubauen und soziale Vielfalt zu fördern. Konkret geht es um die Schaffung von mehr Grün und Spielplätzen im Wohnumfeld, eine bessere Infrastruktur sowie Freizeittreffs für Kinder und Jugendliche. Gerade hier setzt der Jugendclub mit seiner Multifunktionsfläche an. „Seit Jahren ist der Jugendclub in einem viel zu kleinen ehemaligen Waschhaus untergebracht. Die Chance muss jetzt unbedingt genutzt werden, endlich ein geeignetes Gebäude bereitzustellen. Zudem wäre die geplante Multifunktionsfläche an den Bahngleisen ohne soziale Kontrolle durch den Jugendclub völlig undenkbar“, sagt der Berner Bezirksabgeordnete Pochnicht. Diese Multifunktionsfläche ist auch ein Ersatz für den alten Bolzplatz, der dem neuangelegten Steinspielplatz weichen musste. Seitdem gibt es im Quartier keinen richtigen Bolzplatz mehr.
Erste Gespräche des Bezirksamts mit der SAGA und ihren Architekten führten in 2008 zu der Einschätzung, dass die Realisierung zu einem Betrag in Höhe von 500.000 Euro erfolgen könnte. Im August 2010 wurde die Stattbau Hamburg GmbH als Baubetreuer unter Vertrag genommen. Das Bezirksamt Wandsbek bemängelt in diesem Zusammenhang, dass seit der Zentralisierung der Hochbaudienststellen bei der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt im Bezirksamt Wandsbek vor Ort kein eigener baufachlicher Sachverstand bei der Planung und Errichtung von Gebäuden mehr vorhanden ist. „Es ist immer wieder sehr bedauerlich, dass nach der Entstehung von Mehrkosten keiner dafür verantwortlich sein will“, kritisiert die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Quast. „Vor dem Hintergrund der auf dieser Fläche entstehenden Mehrkosten bei der Erschließung, wären vielleicht auch andere Standorte eine Alternative gewesen“, so Quast weiter. Entscheidende Auswahlkriterien waren nach Aussage des Bezirks aber, dass die Fläche im Eigentum der Freien und Hansestadt Hamburg stehen und eine Sozialverträglichkeit insbesondere des Lärms aufweisen musste.