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Archiv für März 2010

Stadtteilmütter für Wandsbek

Montag, 29. März 2010

Integration funktioniert über die Sprache

Ein wichtiges Projekt für die Integration ist auf den Weg gebracht: Die SPD-Fraktion Wandsbek hat sich in der Sitzung der Bezirksversammlung am 25. März 2010 dafür eingesetzt, dass das in anderen Städten gut funktionierende Projekt der Stadtteilmütter auf Wandsbek übertragen werden soll. „Bei der Umsetzung des Stadtteilmütter-Projektes werden vornehmlich türkisch- und arabisch sprachige Frauen angesprochen, die selbst arbeitslos und Mütter sind, Interesse an einer entlohnten Tätigkeit haben, gut in ihrem Quartier integriert sind und über gute Deutschkenntnisse verfügen“, so Carsten Heeder, der Fachsprecher Migration der SPD-Fraktion.

Auch in Wandsbek leben in Deutschland geborene und aufgewachsene Kinder, die trotz des Besuchs eines Kindergartens nur gebrochen Deutsch sprechen. Oft stammen diese Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund, deren Eltern bereits in der zweiten oder dritten Generation in Deutschland leben. Diese fehlende Sprachkompetenz ist leider oft prägend für den weiteren Bildungs- und Berufsweg der betroffenen Kinder. Dabei fällt es gerade den Müttern dieser Familien oft schwer, soziale Kontakte außerhalb ihrer Community aufzunehmen. Aufgrund der Sprachbarrieren und von Ängsten und Vorbehalten sind sie für Sozialarbeit und familiäre Beratungsangebote schlecht erreichbar.

Eine bewährte Möglichkeit, diesen Problemen zu begegnen, ist das Stadtteilmütter-Projekt, das 2004 im Bezirk Berlin-Neukölln erstmals und seitdem in weiteren Kom-munen in und außerhalb Deutschlands erfolgreich durchgeführt wurde. Konzeptionelle Vorlage ist das niederländische „Rucksack-Projekt“.

Carsten Heeder weiter: „Zwar hätten wir uns gewünscht, dass die Bezirksversammlung der Verwaltung bereits gestern einen Auftrag zur Prüfung der Übertragbarkeit auf den Bezirk Wandsbek und zur Entwicklung eines entsprechenden Konzeptes erteilt hätte, statt unseren Antrag erst in den Jugendhilfeausschuss zu überweisen. Dennoch hatte ich in der Debatte den Eindruck, dass die anderen Fraktionen unsere Initiative grundsätzlich für gut befinden und wir Wandsbek nach der weiteren Befassung im bezirklichen Ausschuss integrationspolitisch einen großen Schritt voran bringen werden.“

Ampel-Sprint auf dem Schulweg?

Dienstag, 9. März 2010

CDU will kürzere Grünphasen für Schulkinder

Zur Abwendung eines angeblichen Verkehrschaos in der Oldenfelder Straße in Hamburg Rahlstedt fordert die CDU-Fraktion die Verkürzung der Grünphase der Fußgänger-Ampel an den dortigen Schulen. Mit Hilfe des Koalitionspartners FDP beschloss die CDU trotz massiver Kritik aller Oppositionsfraktionen eine Aufforderung an die Innenbehörde, die Grünzeit für Fußgänger von acht auf 3,75 Sekunden (!!) zu verkürzen. Die SPD spricht von einer Gefährdung für Schulkinder und von verkehrspolitischem Irrsinn.

„Einen derart unnötigen, unsinnigen und gefährlichen Antrag habe ich bislang nicht erlebt“, so Lars Kocherscheid, Regionalsprecher Rahlstedt und Verkehrsexperte der Wandsbeker SPD-Fraktion. „Hier wird grundlos die Sicherheit von Schulkindern aufs Spiel gesetzt, bewährte Standards sollen vom Schreibtisch aus heruntergefahren werden – das ist inakzeptabel.“

Auslöser für die heftigen Diskussionen ist ein Antrag der CDU, der die Verkürzung der Grünphase für Fußgänger an einer sogenannten Bedarfsampel in der Oldenfelder Straße von jetzt acht auf künftig 3,75 Sekunden fordert. Die CDU ist der Meinung, in diesem Bereich herrsche in den Morgenstunden Verkehrschaos und man könne diesem durch eine Verkürzung von Grünzeiten entgegenwirken. Belegt wird diese Ansicht mit verschiedenen wissenschaftlichen Studien über Gehgeschwindigkeiten.

„Nicht nur, dass man hier völlig unnötig Schulkinder gefährden will, auch der verkehrliche Nutzen erschließt sich nicht“, so Kocherscheid weiter. „Die Oldenfelder Straße ist weder eine Hauptverkehrsstraße, noch sind die Verhältnisse hier so extrem, dass 4,25 Sekunden Gewinn für Autofahrer zu enormen Verbesserungen des Verkehrsflusses führen würden.“

Die SPD kritisiert, dass Schüler der anliegenden Schulen, darunter auch Grundschüler, ohne Not einer größeren Gefahr ausgesetzt würden. „Schüler sind nun einmal schlecht mit wissenschaftlichen Formen berechenbar. Sie gehen nicht immer unmittelbar bei Grün los und haben oft weitaus schlechtere Einblicke in den Verkehr als Erwachsene“ bilanziert Kocherscheid. „Wir hoffen, dass die Innenbehörde diesem Irrsinn ein Ende macht. Schließlich sind wir hier mitten im Verkehr und nicht bei Laufwettbewerben auf einem Schulsportfest.“