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Archiv für August 2009

Trotz Sicherheitsrisiko: Keine Gleissicherung im Rahlstedter Ortskern

Montag, 24. August 2009

Deutsche Bahn AG blockt ab

Wie die Deutsche Bahn AG in einer Stellungnahme zu einem einstimmigen Beschluss der Bezirksversammlung Wandsbek mitteilt, wird es keine Maßnahmen zur Sicherung der Gleiskörper im Rahlstedter Ortskern geben. Bezirkspolitiker aller Fraktionen hatten eine Einzäunung der Gleise gefordert, um Sicherheitsrisiken zu minimieren. Die SPD kritisiert die Reaktion der Deutschen Bahn als unverantwortlich und unverständlich.

„Die Weigerung der Deutschen Bahn AG die Gleise im Bereich des Rahlstedter Ortskerns gegen ein Überqueren zu sichern ist nicht nur unverständlich sondern auch unverantwortlich“, kritisiert Lars Kocherscheid, Regionalsprecher Rahlstedt der Wandsbeker SPD-Fraktion. Die Sozialdemokraten hatten gemeinsam mit allen anderen Fraktionen eine Einzäunung der Gleise im Bereich des Ortskerns gefordert, nachdem es immer wieder Berichte über ein unerlaubtes Überqueren der Gleise gab.

In ihrer Stellungnahme beruft die Deutsche Bahn AG sich darauf, dass das Betreten und Überqueren von Bahnanlagen durch Unbefugte nach der Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung (EBO) verboten sei. Die Bahn sei daher nicht zu einer Einzäunung verpflichtet. Hinzu käme, dass insgesamt 34.000 km Schiene in Deutschland eine Einzäunung unmöglich machten.

„Die Stellungnahme der Bahn ist offenbar am grünen Tisch und ohne Ortskenntnis entstanden“, kritisiert Kocherscheid. „Unmittelbar im Ortskern am Bahnhof hat es immer wieder Überquerungen der Gleise bei Fahrverkehr gegeben. Das Ausmaß dieser Überquerungen hat hier sogar schon für extra angelegte Kontrollen der Bundespolizei gesorgt. Hinzu kommt die Lage nahezu direkt am Gymnasium Rahlstedt, dem Verkehrsübungsplatz sowie an Sportplätzen. Hier wird nicht nur ein Sicherheitsrisiko geduldet, eine Einzäunung würde auch einen reibungsloseren Betriebsablauf mit sich bringen und so im Interesse der Bahn stehen.“ Hinzu kommt nach Meinung Kocherscheids, dass es bis zur Durchführung der Elektrifizierungsarbeiten an vielen Stellen einen natürlichen Schutz in Form von Hecken gegeben habe – diese wurden allerdings größtenteils abgeholzt.

„Wir werden in diesem Punkt nicht locker lassen und mit den anderen Parteien weiter Druck auf die Bahn ausüben“, so Kocherscheid. „Die Bahn hat sich in Rahlstedt in vielen Punkten jahrelang aus der Verantwortung gestohlen. Sei es der Zustand des Bahnsteigs oder das Verwirrspiel um das Bahnhofsgebäude. Wir wollen nicht zulassen, dass das auch in diesem Punkt so bleibt bis hier ein Unfall geschieht.“

Für Rückfragen:
Lars Kocherscheid: Tel. 040 / 64 66 16 31 oder 0163 / 783 52 77

Fachklinik Wandsbek: Wessen Meinung zählt?

Mittwoch, 5. August 2009

Ablehnungsbescheid durch das Bezirksamt liegt vor

Letzte Woche hat das Wandsbeker Bezirksamt dem Verein Jugendhilfe e.V. den Ablehnungsbescheid für die geplante Fachklinik in der Schädlerstraße zugestellt. Trotz einer öffentlichen Diskussion zu diesem Thema, in der zunehmend Stimmen zu Wort kommen, die sich positiv zu dieser Einrichtung für Suchtkranke geäußert haben, hat sich das Bezirksamt der Meinung der Kritiker angeschlossen. Dazu Regina Jäck, die sozialpolitische Sprecherin der SPD-Bezirksfraktion: „In einer sachlichen Diskussion wurde deutlich, dass viele Wandsbeker der Fachklinik aufgeschlossen gegenüberstehen und die abstinenten Suchtkranken nicht aus der Gesellschaft ausgrenzen wollen.“

Diese Haltung wurde auch auf einer Veranstaltung deutlich, die die Kritiker der geplanten Fachklinik am 23. Juli durchgeführt hat, auf dieser Veranstaltung konnten viele Fragen beantwortet und Zweifel ausgeräumt werden. Das Podium war mit Vertreterinnen und Vertretern der Bezirkspolitik von SPD, GAL und der Linken sowie des Vereins Jugendhilfe e.V. besetzt und stand den Anwesenden für die Diskussion zur Verfügung. Es fehlten Vertreter der Regierungsfraktionen der CDU und der FDP, die sich nicht dieser Diskussion stellen wollten. Im Verlaufe der Veranstaltung versachlichte sich die Diskussion zusehends und die Kritiker kamen dazu ihre Position zur Einrichtung für abstinente Drogensüchtige zu überdenken.

Umso erstaunlicher, dass jetzt der Antrag des Vereins Jugendhilfe e.V. durch das Bezirksamt Wandsbek negativ beschieden wurde, hier werden weiterhin die Vorurteile von einigen wenigen bedient und nicht die Chance genutzt, Wandsbek als sozialen Stadtteil zu profilieren, der sich für alle Mitglieder der Gesellschaft einsetzt und gerade auch für die Schwachen einen Platz bietet, damit sie ihren Weg zurück in ein Leben in der Gesellschaft finden können. Regina Jäck weiter „Hier wird eine Chance vertan, das soziale Wandsbek greifbar zu machen und Solidarität in unserer Gesellschaft zu leben in maßgeblicher Verantwortung der Regierungsfraktionen von CDU und FDP.“