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Archiv für Juli 2009

Produktionsschule für Wandsbek

Montag, 6. Juli 2009

Eine Idee nimmt Formen an

Steilshoop bekommt nach einer längeren Zeit endlich wieder eine Schule für ältere Jugendliche. Die SPD-Bezirksfraktion hat sich dafür eingesetzt, dass in Steilshoop eine Produktionsschule mit handwerklicher Ausrichtung eröffnet wird. Produktionsschulen wenden sich an Jugendliche mit Förderbedarf, die ohne Schulabschluss die Schule verlassen haben.

An diesen Schulen werden Jugendliche an das duale Ausbildungssystem herangeführt, Schlüsselkompetenzen und Ausbildungsreife werden gefördert. Dazu Uwe Lohmann, der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bezirksfraktion: „Die bisherigen Erfahrungen mit Produktionsschulen sind auch in Hinblick auf die Integration auf dem ersten Arbeitsmarkt positiv und gerade für Steilshoop ist die Ausrichtung der Schule auf handwerkliche Berufe eine wichtige Einrichtung.“

In Hamburg sollen zusätzlich zur schon bestehenden Produktionsschule in Altona auch in den anderen Bezirken entstehen, für Wandsbek hat sich die Bezirkspolitik für den Standort Steilshoop ausgesprochen. Thomas Ritzenhoff, der Vorsitzende der SPD-Bezirksfraktion: „Gerade für Steilshoop ist es nach dem Wegfall der weiterführenden Schulen in der letzten Zeit ein gutes Signal, dass auch wieder für ältere Jugendliche ein Schulangebot im Stadtteil entstehen wird.“

In einem weiteren Schritt sollen dann noch weitere Produktionsschulen im Bezirk angesiedelt werden, dafür bieten sich die Standorte Wandsbek-Kern und Rahlstedt an, weil auch hier durch die vorhandene Infrastruktur gute Voraussetzungen für die Etablierung einer solchen Schule gegeben sind.

Suchtkranke nicht aus der Gesellschaft ausgrenzen

Freitag, 3. Juli 2009

SPD-Bezirksfraktion stimmt für Fachklinik und Clean-WG in Wandsbek

Auf der Sitzung der Bezirksversammlung am 2. Juli hat sich die SPD-Bezirksfraktion dafür ausgesprochen, die Fachklinik für abstinente Suchtkranke am Standort Schädlerstrasse einzurichten. Dazu Regina Jäck, sozialpolitische Sprecherin der Fraktion: „Die Menschen brauchen eine Politik, der Klarheit in der Sache. Trotzdem müssen wir die Proteste ernst nehmen und Vorurteile abbauen. Dazu brauchen wir den Runden Tisch, der sachlich mit dem Thema umgeht. Begründete Bedenken müssen durch Argumente ausgeräumt und Vorurteile abgebaut werden.“

Es darf nicht sein, dass Schwache oder Kranke aufgrund von Vorurteilen oder fehlender Information aus unserer Gesellschaft ausgegrenzt werden. Die anwesenden Anwohner, Elternvertreter und auch Vertreter der Schulen haben in der öffentlichen Fragestunde der Bezirksversammlung deutlich differenzierte Meinungen geäußert. Es wurde mehrfach an den Gemeinsinn und die Solidarität der Gesellschaft und der direkten Nachbarn, der umliegenden Schulen und Kindertagesstätten appelliert.

Deutlich wurde auch, dass der Versuch von Verwaltung und den Wandsbeker Mehrheitsfraktionen CDU und FDP, die Ansiedlung der Fachklinik ohne öffentliche Diskussion durchzuführen gründlich misslungen ist. Durch fehlende öffentliche Informationen und Aufklärung wie es die SPD-Fraktion zum Beispiel im Ausschuss für soziale Stadtentwicklung gefordert hatte darüber, was genau am Standort Schädlerstrasse geplant ist, konnte sich die Stimmung erst aufheizen. Entstehen soll eine Klinik für abstinente Suchtkranke, von der nach Erfahrungen aus anderen Orten keine Gefährdung für die unmittelbare Nachbarschaft ausgeht. Dazu meint Thomas Ritzenhoff, der Vorsitzende der Bezirksfraktion: „Die verhinderte Aufklärung durch die Behörde für Soziales und Gesundheit, das Bezirksamt sowie die Wandsbeker Mehrheitsfraktionen hat erst zu diesen massiven Protesten geführt. Wir müssen dringend zu einer sachlichen Diskussion zurückkehren und für die Solidarität innerhalb unserer Gesellschaft werben.“

Unverständlich ist vor diesem Hintergrund auch die nachträgliche Positionierung der Fraktionen von CDU und FDP in der Bezirksversammlung, die sich frei nach St. Florian lieber auf die Suche nach anderen Standorten machen und so Vorurteile und Klischees bedienen, anstatt den Auftrag der Politik ernst zu nehmen, sich für ein solidarisches Miteinander und für die Schwachen in unserer Gesellschaft einzusetzen. Thomas Ritzenhoff weiter: „Hier wurde die Chance vertan, ein eindeutiges Signal für ein soziales Wandsbek zu setzen, indem man sich für die Fachklinik am geplanten Ort ausspricht!“