Verkehr

Unfallschwerpunkt Schloßstraße: SPD-Fraktion fordert, Entschärfungsmaßnahmen sofort umzusetzten

Einer der schlimmsten Hamburger Unfallschwerpunkte ist die Schloßstraße in Wandsbek. Eine Kleine Anfrage des Wandsbeker SPD-Bezirksabgeordneten Ole Thorben Buschhüter ergab: Sage und schreibe 698 Verkehrsunfälle ereigneten sich hier in den Jahren 2001 bis 2005. Fünf Personen wurden dabei schwer und 190 leicht verletzt. Der volkswirtschaftliche Schaden beziffert sich auf insgesamt 6.186.662 Euro.

In einem Antrag forderte die SPD-Fraktion in der Sitzung der Bezirksversammlung Wandsbek am Donnerstagabend, den Unfallschwerpunkt Schloßstraße umgehend zu beseitigen. Doch die CDU-Fraktion machte nicht mit: Anstatt dem Antrag zuzustimmen, wurde er erst einmal zur weiteren Beratung in den Kerngebietsausschuss überwiesen. Dabei kann die Forderung nicht ernsthaft strittig sein. „Wir wollten erreichen, dass die bereits entwickelten Lösungsvorschläge nicht weiter auf die lange Bank geschoben werden. Doch genau dies widerfährt jetzt auch noch unserem Antrag. Dabei wäre Eile geboten“, so Buschhüter, verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, der der CDU-Fraktion taktische Spielchen vorwirft. Mit einer Beschlussfassung der Bezirksversammlung ist nun frühestens im Juni zu rechnen. Buschhüter: „Es hätte der Bezirksversammlung gut zu Gesicht gestanden, schon jetzt einen Beschluss zu fassen.“

Bereits im Jahre 2004 hatte die Unfallkommission die Bereiche Robert-Schuman-Brücke/Schloßstraße und Schloßstraße/Wandsbeker Bahnhofstraße/Neumann-Reichhardt-Straße/Schädlerstraße als zwei von sechs neuen Unfallhäufungstellen in Hamburg analysiert und in ihr Arbeitsprogramm aufgenommen. Beseitigt wurden sie jedoch bislang nicht.

Und obwohl bereits Lösungsvorschläge vorliegen, ist noch völlig unklar, wann mit deren Umsetzung gerechnet werden kann. Zwar heißt es, der Unfallschwerpunkt Schloßstraße/Wandsbeker Bahnhofstraße/Neumann-Reichhardt-Straße/Schädlerstraße werde voraussichtlich in diesem Jahr durch eine Sanierung der Fahrbahnoberfläche mit Mitteln aus dem 7-Millionen-Euro Sonderprogramm behoben, doch ist den Sozialdemokraten diese Aussage zu vage. „Es muss sichergestellt werden, dass die Maßnahme tatsächlich in diesem Jahr in Angriff genommen wird“, so Buschhüter. Das gleiche gilt für den Bereich Robert-Schuman-Brücke/Schloßstraße. Im Februar hieß es, die Mittel für dortige Entschärfungsmaßnahmen würden voraussichtlich erst im Jahre 2008 bereitgestellt werden. Mittlerweile ist immerhin davon die Rede, dass die Durchführung für 2007 vorgesehen sei. „Angesichts der hohen Unfallzahlen ist hier jedoch kurzfristiges Handeln geboten. Auch dieser Unfallschwerpunkt muss noch in diesem Jahr angegangen werden“, fordert Buschhüter.

Als weitere unfallträchtige Stellen in der Schloßstraße gelten die Bereiche Schloßstraße/Claudiusstraße und Schloßstraße 8-10. Hier werden aber zurzeit noch die Unfalllagen geprüft. „Diese Untersuchungen müssen zügig zum Abschluss gebracht und Lösungsvorschläge vorgelegt werden“, meint Klaus-Dieter Glismann, SPD-Fraktionsvorsitzender im Wandsbeker Kerngebietsausschuss.

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